Kurzfilmkompilationen

Der Kurzfilm ist am Puls der Zeit: wendig, präzise, poetisch – und zugleich radikal frei. In einer Gegenwart, die von ideologischen Spannungen und rasantem technologischen Wandel geprägt ist, hat das kurze Format die Möglichkeit, Entwicklungen schnell zu spiegeln, einzuordnen und kritisch zu hinterfragen. Zugleich öffnet es Spielräume, denkt etablierte Formen um und stellt unsere Erwartungen des Sehens und Verstehens infrage. Die 21 Kurzfilmprogramme des 42. Kasseler Dokfestes erforschen die Instabilität unseres derzeitigen Lebens, ihre Auslöser, die Folgen und Strategien, die man daraus entwickelt. Wir treffen auf ein Spannungsfeld zwischen lauter politischer Wut und stiller, persönlicher Verletzlichkeit. Schlaflosigkeit und Unruhe(n), ausgelöst durch Kriege, Überwachung, willkürliche Staatsgewalt und all die ungeklärten Zukunfts- und Umweltfragen, sind starke Nebenwirkungen. Musik als Vehikel für Widerstand und Zeichen von Zugehörigkeiten erhält eine besondere Rolle. Und in verschiedensten (auto-)biografischen Arbeiten setzen sich die Filmschaffenden mit ihrer eigenen Geschichte, Gegenwart und Zukunft auseinander. Auswege, Sackgassen und mögliche Routen durch das Labyrinth, das jeden Tag zu wachsen scheint, werden angeboten und aufgemacht. Und wir sind auch im Kino nicht alleine! Das Navigieren von Verantwortung und Problemen ist etwas Kollektives, ebenso wie das gemeinsame Lachen und Weinen. Die Sitznachbar*innen werden zu Gefährt*innen auf den vielen Entdeckungsreisen, die uns bevorstehen. Die Kurzfilme des 42. Kasseler Dokfestes laden ein, gemeinsam Verantwortung und Zukunft neu zu verhandeln – politisch wie privat, im Verhältnis zur Umgebung wie zu uns selbst. Lasst uns verbinden! Die Filme werden entsprechend des kuratorischen Konzeptes innerhalb der Kompilation in der Reihenfolge präsentiert, in der sie auch im Kino projiziert werden.